Justus von Liebig Denkmal
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Justus von Liebig Denkmal
Justus von Liebig Denkmal
Denkmal für Justus von Liebig am Maximiliansplatz
Mitten in den Eschenanlagen am Maximiliansplatz sitzt Justus von Liebig als ruhige Gelehrtenfigur aus Carrara-Marmor. Kein Held mit großer Geste, sondern ein nachdenklicher Wissenschaftler: im Mantel, auf einem Stuhl, mit einem Buch in der Hand.
Liebig war einer der bedeutendsten Chemiker des 19. Jahrhunderts. Seine Forschung wirkte weit über das Labor hinaus – in Landwirtschaft, Ernährung und Industrie. 1852 kam er nach München, wurde Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und 1870 Ehrenbürger der Stadt.
Das Denkmal wurde am 6. August 1883 feierlich enthüllt. Entworfen wurde es von Michael Wagmüller, vollendet von Wilhelm von Rümann. Der Marmorsitzfigur steht auf einem Granitsockel, umgeben von Treppen, Balustraden, Vasen und vergoldeten Bronzefestons.
Die Reliefs am Sockel zeigen „Chemie“ und „Ackerbau“. Genau darum geht es bei Liebig: Forschung, die nicht nur erklärt, sondern praktisch wirkt. Das Denkmal ist deshalb mehr als eine Statue, es ist ein Stück Münchner Wissenschaftsgeschichte.
Spuren in München
Liebig Spuren in München
Eine kurze Spur zu Justus von Liebigs Wirkungsorten in München: vom Denkmal am Maximiliansplatz zu Stationen seiner Forschung, Lehre und Erinnerung in der Stadt.
Häufige Fragen
Kann ich heute das Denkmal besuchen?
Wenn du das Liebig-Denkmal jetzt vor Sonnenaufgang (05:44 Uhr) besuchst, plane eigenes Licht ein. Der Tag bringt 28 °C und 14.3 Stunden Sonne.
Wusstest du...?
...dass König Ludwig II. die Errichtung des Liebig-Denkmals mit 1000 Gulden aus seiner Kabinettskasse unterstützte?
Das Denkmal war also kein kleines Privatprojekt, sondern ein offiziell unterstütztes Münchner Ehrenzeichen für einen der bedeutendsten Chemiker seiner Zeit.
...dass das Denkmal kurz nach seiner Enthüllung selbst zu einem chemischen Fall wurde?
Die helle Marmorfigur wurde chemisch verunreinigt, dunkle Flecken blieben zurück. Ausgerechnet Chemiker halfen bei der Untersuchung und Reinigung: Max von Pettenkofer, Adolf von Baeyer und Zimmermann.
...dass Liebigs Vorträge in München fast wie frühe Wissenschaftsvorführungen wirkten?
Chemie wurde bei ihm nicht nur erklärt, sondern sichtbar gemacht – mit Experimenten, Reaktionen, Licht und eindrucksvollen Effekten. Seine öffentlichen Experimentalvorträge waren so bekannt, dass auch Mitglieder der bayerischen Königsfamilie daran teilnahmen.
...dass Justus von Liebig schon 1870 Ehrenbürger der Stadt München wurde?
Drei Jahre vor seinem Tod ehrte München ihn offiziell. Das Denkmal am Maximiliansplatz machte diese Anerkennung später dauerhaft im Stadtbild sichtbar.
...dass die Reliefs am Sockel erklären, warum Liebig so wichtig war?
Sie zeigen „Chemie“ und „Ackerbau“. Genau darin lag seine Wirkung: Liebig verband Forschung im Labor mit praktischen Folgen für Landwirtschaft, Ernährung und Industrie.
...dass Liebig in München nicht nur ein Denkmal hat, sondern auch begraben ist?
Sein Grab befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof. Damit führt die Münchner Liebig-Spur vom Denkmal am Maximiliansplatz bis zu seinem letzten Erinnerungsort.
...dass Liebigs berühmter Fünf-Kugel-Apparat bis heute in einem internationalen Chemie-Symbol weiterlebt?
Der sogenannte Kaliapparat diente zur Analyse organischer Stoffe. Eine stilisierte Form davon findet sich bis heute im Logo der American Chemical Society.
...dass das Denkmal von „dankbaren Schülern und Freunden“ errichtet wurde?
Die Inschrift zeigt, dass Liebig nicht nur als großer Forscher geehrt wurde, sondern auch als Lehrer, der viele Menschen wissenschaftlich geprägt hatte.
...dass der helle Marmor des Liebig-Denkmals aus Carrara stammt?
Die Sitzfigur wurde aus Carrara-Marmor gearbeitet. Dieser Marmor kommt aus der Gegend um Carrara in der Toskana und war schon seit der Antike ein besonders geschätztes Material für Skulpturen. Beim Liebig-Denkmal passt das bewusst feierliche Material zur Bedeutung, die München dem Chemiker geben wollte.
...dass die Enthüllung des Denkmals 1883 ein großer öffentlicher Festakt war?
Am 6. August 1883 wurde die Anlage am Maximiliansplatz weiträumig abgesperrt. Für Mitglieder des Königlichen Hauses war eine eigene Tribüne vor dem Denkmal vorgesehen, Ehrengäste nahmen in Uniform, Amtstracht oder schwarzem Frack teil, und die umliegenden Häuser sollten zur Feier beflaggt werden. Die Enthüllung war also nicht nur eine kleine Zeremonie, sondern ein offizieller Münchner Ehrenakt.
Welche Ehrungen hat Justus von Liebig erhalten?
- 1840 – Copley-Medaille der Royal Society: Eine der angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen Großbritanniens, verliehen für Liebigs Arbeiten zur organischen Chemie.
- 1845 – Erhebung in den Freiherrenstand: Das Großherzogtum Hessen erhob ihn in den erblichen Adelsstand. Seitdem führte er den Namen Justus Freiherr von Liebig.
- 1847 – Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen: Liebig erhielt die medizinische Ehrendoktorwürde für seine wissenschaftlichen Leistungen.
- 1851 – Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste: Der preußische Orden gehörte zu den höchsten Auszeichnungen für Wissenschaftler und Künstler.
- 1853 – Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst: Liebig gehörte zu den ersten Trägern dieser bedeutenden bayerischen Auszeichnung.
- 1865 – Ehrenmitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Wien: Die Ehrung wurde ihm anlässlich des 500-jährigen Universitätsjubiläums verliehen.
- 1869 – Albert Medal: Die britische Royal Society of Arts würdigte damit die praktische Bedeutung seiner Forschungen für Chemie, Landwirtschaft, Ernährung und Gewerbe.
- 1870 – Ehrenbürger der Stadt München: Die Stadt ehrte damit den international bekannten Chemiker und Universitätsprofessor, der seit 1852 in München wirkte.
Darüber hinaus gehörte Liebig zahlreichen wissenschaftlichen Akademien und Gesellschaften in Europa und den Vereinigten Staaten an. Diese Mitgliedschaften waren Zeichen seiner internationalen Anerkennung, gelten jedoch nicht immer als persönliche Auszeichnungen im engeren Sinne.
Welche Erfindungen und Verfahren entwickelte Justus von Liebig?
- Um 1830 – Fünf-Kugel-Apparat, auch Kaliapparat genannt: Liebig entwickelte ein Glasgerät, mit dem der Kohlenstoffgehalt organischer Stoffe wesentlich genauer bestimmt werden konnte. Zusammen mit seiner verbesserten Methode der Elementaranalyse wurde es zu einem grundlegenden Werkzeug der organischen Chemie.
- Verfahren zur Herstellung von Silberspiegeln: Liebig entwickelte ein chemisches Verfahren, bei dem metallisches Silber auf einer Glasoberfläche abgeschieden wird. Dadurch konnten Glasspiegel ohne die zuvor verbreitete, gesundheitsschädliche Quecksilberbeschichtung hergestellt werden.
- Liebigs Fleischextrakt: Liebig entwickelte ein Verfahren, bei dem Fleisch ausgekocht und die entstandene Brühe schonend zu einem haltbaren, konzentrierten Extrakt eingedickt wurde. Er erfand nicht den ersten Fleischextrakt überhaupt, entwickelte aber die Rezeptur und das standardisierte Verfahren für das nach ihm benannte Produkt.
- 1865 – Liebigs Säuglingssuppe: Liebig entwickelte eine frühe künstliche Säuglingsnahrung aus Kuhmilch, Weizenmehl, Malz und Kaliumsalzen. Das Malz half dabei, die Stärke in leichter verdaulichen Zucker umzuwandeln. Die Rezeptur gilt als ein Vorläufer moderner Babynahrung.
- Chemische Brotzubereitung und Weiterentwicklung des Backpulvers: Liebig beschäftigte sich mit Verfahren, bei denen Brot ohne Hefe durch die Freisetzung von Kohlendioxid gelockert wurde. Dabei arbeitete er mit den Entwicklungen seines früheren Schülers Eben Norton Horsford. Liebig war daher nicht der alleinige Erfinder des Backpulvers, trug aber nachweislich zu dessen Weiterentwicklung und Einführung in Deutschland bei.
Häufig werden Liebig außerdem Mineraldünger, der Liebigkühler und die Entdeckung des Chloroforms zugeschrieben. Diese Angaben müssen jedoch genauer unterschieden werden: Liebig begründete die wissenschaftliche Mineralstofflehre der Pflanzenernährung, erfand aber nicht den Dünger an sich. Der Liebigkühler trägt seinen Namen, hatte jedoch ältere Vorläufer. Chloroform wurde von mehreren Chemikern nahezu gleichzeitig hergestellt und war eine chemische Entdeckung, keine Erfindung.
Ist das Liebig-Denkmal barrierefrei zugänglich?
Wie komme ich mit MVV/MVG zum Liebig-Denkmal?
Fuer das Liebig-Denkmal liegen Haltestelle Ottostr., Lenbachplatz und Karlsplatz (Stachus) in sinnvoller Fussweite.
Haltestelle Ottostr.Tram - nahe Tram-Haltestelle im Norden - ca. 2 Min. Gehzeit
Diese Haltestelle liegt oberhalb Richtung Ottostr.
Haltestelle LenbachplatzTram / Bus - nahe Haltestelle - ca. 2-3 Min. Gehzeit
Lenbachplatz ist eine eigene Haltestelle unterhalb der Ottostr.
Haltestelle Karlsplatz (Stachus)S-Bahn / U-Bahn / Tram / Bus - Alternative mit vielen Anschluessen - ca. 5-7 Min. Gehzeit
Sinnvoll, wenn du aus der Innenstadt, von der S-Bahn oder mit Umstieg kommst.
Planzeiten. Bitte mit Abweichungen rechnen; ohne Garantie.
Fahrplandaten: Muenchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) | Abruf/Import: 17.07.2026 | MVV GTFS Open Data | CC BY 4.0
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Auslastung: Live-Auslastung noch nicht verfügbar
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Adresse: Neuhauser Str. 18, München
Auslastung: Live-Auslastung noch nicht verfügbar
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